HHMM 2014 – Königsspr. 3 – Fischbek 1 (5,5 : 2,5)

Da gab es nichts zu holen. Die Mannschaft von Königsspringer war zu stark. Noch schlimmer als die Niederlage erwiesen sich die Baustellen auf der A7 und die hunderten von dänischen Auto-Touristen, die für einen zusätzlichen Aufwand von 1 1/2 Stunden Rückfahrt sorgten.

Ein Kommentar

  1. “Noch schlimmer als die

    "Noch schlimmer als die Niederlage erwiesen sich die Baustellen auf der A7 und die hunderten von dänischen Auto-Touristen, die für einen zusätzlichen Aufwand von 1 1/2 Stunden Rückfahrt sorgten."

    Als Krönung des Ganzen entpuppte sich ein durchgeknallter holländischer Lkw-Fahrer, der sich mit Licht- und Schallhupe auf der linken (!) Spur eine Gasse durch den Stau pflügen wollte. Oder wurde von Spielberg gerade "Duell 2" verfilmt und wir haben nur nichts mitbekommen?

    Denis` Fazit ist im Prinzip nichts hinzuzufügen. Wir kamen mit leeren Händen und haben den netten Gastgebern als Dankeschön zumindest zwei Mannschaftspunkte da gelassen. Das wir etwas Zählbares aus Schnelsen mitbringen würden, hatten wir im Vorfeld der Begegnung nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Aber das Drumherum ist es wert, nicht vollständig dem Vergessen anheim zu fallen. Draußen tobte ein heftiger Sturm und der Regen trieb jeden, der jetzt nicht zwingend vor die Tür musste, hinein ins Warme. Der Blick auf die durchnässten Fußballer auf dem angrenzenden Sportplatz bestärkten mich in der Auffassung, dass ich mich wohl doch für die richtige Sportart entschieden habe. Die Spielbedingungen bei Königsspringer sind – nicht nur bei lausigen Witterungsbedingungen – die besten, die ich kenne. Bretter top, Figuren top, Uhren top. Und wo in Hamburgs Schachszene gibt es schon Tischdecken auf den geräumigen Spieltischen?  Wenn noch Ohrensessel hinzukämen, würde ich dort glatt einziehen. Mit Lux wurde auch nicht gegeizt. Vielleicht lag es auch dem dem perfekt ausgeleuchteten Spiellokal, dass auch ich endlich mal etwas gesehen habe.  

    Soviel zum Drumherum. Zum Geschehen auf den Brettern ist nicht mehr viel zu sagen. Philip wähnte sich wohl noch in der 16. Runde der Hamburger Blitzmannschaftsmeisterschaft. Zumindest die Kürze seiner Partie, nicht jedoch ein Form, ließ darauf schließen. Nur wenig später standen sich am ersten Brett auf e4 und e5 ein weißer und ein schwarzer König vis-a-vis gegenüber. Jetzt wurde es für uns allmählich eng, noch einen Kantersieg bei Königsspringer zu landen (hahahahahaha…Entschuldigung!). Die nächsten Entscheidungen wurde dann auch in den Zeitraum nach 22.00 Uhr vertagt. Es ging Schlag auf Schlag. Binnen weniger Minuten verloren Knud, Jannis und Nikolas ihre Partien. Dass ich meine Partie gewonnen habe, möchte ich hier eigentlich nicht besonders hervorheben. Mir ist die Partie, die einige hübsche taktische Motive aufwies, doch recht gut gelungen. Besonders betonen möchte ich aber, dass ich erstmalig in mehr als 30 Jahren Turnierschach in Hamburg gegen einen Spieler von Königsspringer gewonnen habe!!! Jawoll!!! Seit ich damals, Anfang/Mitte der achtziger Jahre im Anflug mittelschwerer Arroganz versucht hatte, den Dreikäsehoch namens Frank Lamprecht mit den weißen Steinen im Franzosen zusammenzuschieben und ich statttdessen beide Male hochkantig vom Brett gefegt wurde, hatte ich mein Trauma weg. Weder gegen die Königsspringer noch gegen die Franzosen konnte ich danach etwas ernten. Zumindest eine Serie ist jetzt gerissen.

    Genug der Traumaverarbeitung. Die Partie von Jakob gegen Boris Bruhn sollte hier auch gebührend gewürdigt werden. Ich hatte während der gesamten Partie den Eindruck, dass Jakob ständig auf ein Tor spielte. Das sehr irgendwie echt klassisch aus.

    Zu guter Letzt möchte ich auch nicht unterschlagen, dass Denis nur "knapp" verloren hat. In allerhöchster Zeitnot mit wenigen Sekunde auf der Uhr übersah er im Endspiel die Möglichkeit, einen Bauern zurückzugewinnen und die Partie damit (vermutlich) auszugleichen. Vielleicht hätte sein Gegner noch versuchen können, die Stellung nach der Zeitkontrolle bis zum "sudden death" noch eine Stunde zu kneten. Aber dann wären Denis sicherlich die dänischen Auto-Touristen entgangen, an dänen, dehnen…denen er sich auf der Rückfahrt erfreuen konnte.                     

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