Nach der langen Frühjahrsferienpause war es gestern wieder soweit: Ein weiteres Kapitel ‚Nachweis der Bezirksligatauglichkeit‘ stand für unsere Dritte an. Es reiste das einzige bislang punktlose Team der Staffel aus dem fernen Blankenese an. Die lange Anreise hatte ihren Tribut gefordert: Ein Spieler war unterwegs (im Elbtunnel?) verloren gegangen; zwei weitere erschienen stark verspätet. Beste Voraussetzungen also für uns, einen Vorsprung auf die Abstiegsplätze zu erarbeiten. Dachten wir.
Nach einer Stunde hatte also Michael den ersten Punkt „erkämpft“. 1:0
Lars machte, ich weiß nicht genau wie, ein frühes Remis. 1,5:0,5
Da bot mein Gegner mir ebenfalls die Punkteteilung an. Angesichts meines gähnenden Sweschnikow-Lochs auf d5 war ich nicht abgeneigt. Es schienen (und wurden im Nachhinein computermäßig bestätigt) Versuche aktiven Spieles allzu riskant. Darum ’studierte‘ ich erstmal intensiv fünf andere Partien.
Felix stand klar auf Gewinn; die anderen 4 waren komplett ausgeglichen. Also zugesagt. 2:1
Felix‚ machte dann auch wirklich kurzen Prozess indem sein Turm dem gegnerischen Springer im Endspiel seine ganze Macht demonstrierte. 3:1, was soll da noch schief gehen?
Doch nun, oh weh, riss der Faden. Thomas‚ Gegner führte eindrucksvoll die Überlegenheit des Läuferpaares gegenüber dem gemischten Doppel im Endspiel vor. Plötzlich rannte ein Randbauer, aus die Maus. 3:2
Jürgens König stand mit einem Mal zu luftig und im Hemd da. Humorlos hämmerten feindliche Schwerfiguren auf seiner löchrigen Stellung herum. Ausgleich 3:3
Wer dachte, nun es gehe nicht schlimmer, sah sich eines Schlechteren belehrt. Knud versuchte seiner gedrückten Stellung durch ein Qualitätsopfer Leben einzuhauchen. Das misslang. Sein Gegner parierte alle Attacken, sammelte nebenbei den einen oder anderen Landmann ein und nervte mit ständigen Damentauschangeboten bis bei Knud die Platte fiel. 3:4, oh Graus.
Nur einen beeindruckte das in keiner Weise. Mit stoischer Ruhe wies Norbert alle, teils regelwidrig während seiner Bedenkzeit auch noch mit umfangreichen Erklärungen garnierten Remisangebote zurück. Das Material reduzierte sich beständig aber am Ende obsiegte diesmal der Springer zusammen mit seinem Turm und aktivem König über das Turm-Läufer-Gespann. 4:4
Ein Aufatmen ging durch die Runde, das sicher bis auf die andere Elbseite zu hören war.
In dieser Form wird das nix mit dem Klassenerhalt. Aber noch haben wir ja fünf Möglichkeiten es besser zu machen. Die erste davon gleich nächsten Donnerstag bei den Schwarz-Weißen in Harburg.
