Nach dem frustrierenden Ausgang unseres letzten Auftritts in Heimfeld galt es für die Dritte in der Bezirksliga B nunmehr in der bislang uneinnehmbaren Festung am Neugrabener Markt zu punkten.
Unser Gegner aus Pinneberg hatte bislang null Punkte, hatte gegen Blankenese hoch verloren und wir traten in verbesserter Stammbesetzung (Jürgen verzichtete zugunsten von Ceren) an. Was soll da noch schief gehen? Doch „Halt“! Erst wenn 4,5 Punkte auf der Habenseite stehen ist der Bär erlegt.
Trotz Elbtunnelsperrung saßen schon um Viertel vor sieben acht spielhungrige Pinneberger an ihren Brettern. Das hätte uns eine Warnung sein sollen!
Es ging aber gut los: Ceren rechtfertigte das in sie gesetzte Vertrauen mit einem sicheren Punkt. Felix (3 aus 5) und ganz besonders Lars (3,5 aus 5) erwiesen sich wieder mal als eine Bank. 3:0. Alles paletti, oder etwa nicht?
Doch leider hatte heute Caissa, die Wankelmütige, Thomas sowie Norbert und Michael, die beide bisher so zuverlässig punkteten, die Augen verbunden. Norbert und Thomas kämpften bald Endspiele mit diversen Minusbauern. Letztlich vergebens. 3:2
Das Elend an meinem Nachbarbrett, Michaels, „durfte“ ich in Echtzeit miterleiden. Schon in der Eröffnung ging die Dame flöten und trotz heldenhaften, vierstündigen Kampfes stand Michael am Ende mit leeren Hände da. 3:3
Nun spielten nur noch Knud und ich, der Capitano. Bei Knud war die Stellung im Gleichgewicht und das Remis rückte in greifbare Nähe. Und bei mir? Nach zähem Aufgalopp hatte mich mein Gegner soweit eingeschläfert, dass er, als sich der gordische Mittelspiel-Knoten löste und er geschickt abwickelte, plötzlich mit einem Plus-Freibauern in Gestalt eines Monsters auf d5 und einer Gewinnstellung dastand.
Das war der Moment, an dem Caissa den gebeutelten Fischbeker Helden zulächelte! Sie flüsterte meinem Gegner zu, er solle doch mal mit einer Minusqualität weiterspielen. Dieses Geschenk wurde dankend angenommen. In der Folge drang ein wütender Kriegselefant begleitet von einer Dame in die gegnerische Stellung ein, pulverisierte den schützenden Bauernwall vor dem König und zwang zur Aufgabe. Da Knud mittlerweile klug Remis angeboten und bekommen hatte war das der goldene Punkt.
4,5:3,5
Der Ritt auf der Rasierklinge (Kommentar von Manfred) nahm ein glückliches Ende. Nun noch vielleicht ein Remis aus den letzten drei Runden und wir sind saniert.
