Die Unabsteigbaren

Letzter Auftritt der Dritten Fischbeker Mannschaft in der Bezirksliga B – in dieser Saison! Mit einem souveränen Auftritt im fernen Wedel sicherten wir uns manch Unkenrufen zum Trotz den Klassenerhalt.

Hatte nach dem Remis gegen Abstiegskonkurrent Eidelstedt am Freitag und nachfolgendem Punktgewinn der Eidelstedter in der Schlussrunde noch alles nach einem Herzschlagfinale ausgesehen war am Ende alles ganz einfach. Bei all den komplexen Rechenspielchen „Was ist wenn Wedel 2 so und so spielt und wir remisieren oder nur mit so und soviel Punkten verlieren.“ geriet die naheliegende Option fast ganz in Vergessenheit:

WENN WIR GEWINNEN KÜMMERT UNS DER AUSGANG DER ANDEREN BEGEGNUNGEN NICHT!

Und so kam es dann.

Trotz der weiten Anfahrt waren wir pünktlich und vollzählig in dem recht netten, nur manchmal etwas lauten Spiellokal der gastfreundlichen (Mineralwasser und Apfelschorle gratis. Danke!) Wedeler aufgetaucht. Wedel 1, Anfang der Saison noch als Mitaufstiegskandidat gehandelt, trat ersatzgeschwächt an; wir in Bestformation.

Leider stand nach weniger als einer Stunde an Brett 8 (Jürgen) wieder die Null. Wie das kam weiß ich nicht, hatte ich doch kaum richtig Platz genommen.

Aber dann ging es rund! Felix‚ Partie glich wieder einem Match Anderssen- Morphy, nur diesmal mit gutem Ausgang aus Fischbeker Sicht. 1:1

Zu diesem Zeitpunkt stand Brett 1 langweilig-ausgeglichen, Brett 2 und 3 kompliziert-ausgeglichen und an Brett 4 und 7 standen wir sehr gut. Dennoch bekam Lars an Brett 6 ein Remisangebot in total unklarer Stellung (Bauer und Turm gegen 2 Offiziere bei vollem Brett). Klug machte er die Runde und schaute sich um.

Währenddessen näherte sich meine Partie nach Abtauschorgie dem unvermeidlichen Friedensschluss. Also nahm Lars an. 1,5:1,5

Norbert an 4 spießte in diesem Augenblick des Gegners Dame. 1,5:2,5

Bevor ich richtig begriff was da abging hatten auch Michael und Knud (2 und 3) bei vollen Brettern Remis angeboten oder angeboten bekommen. Jedenfalls schlugen sie zu, denn unser Minimalziel 4 Punkte war damit fast erreicht. 2,5:3,5

In einem Endspiel T und L gegen T und L (Ungleichfarbig) bei symmetrischer Bauernstruktur und Königsstellung wollte ich meinem Gegner und mir ein endloses Taktieren ersparen. 3:4

Nun hing also alles an Thomas an 7. In einem Endspiel T und 2 Einzel-B gegen T konnte eigentlich nur noch ein Turmeinsteller alles verderben. Aber ruhig und überlegt verwertete er seinen Vorteil und schon bald stand der unerwartete aber hochwillkommene Sieg fest. 3:5

Eine Saison mit Höhen und Tiefen fand ihren krönenden Schluss. Wir werden weiter in der Bezirksliga spielen. Mit diesem Team macht es Spaß!

Leider mischt sich ein Tropfen Trauer in den Triumph, denn wir mussten erfahren, dass unser Ersatzmann Klaus Duewel, der noch in der Runde 2 einen wichtigen Punkt beisteuerte, nie wieder am Brett Platz nehmen wird. Ein äußerst liebenswerter Kamerad, der uns, da bin ich mir sicher, von oben zuwinkt und gratuliert.

Ein Kommentar

  1. Herzlichen Glückwunsch zum letztlich souveränen Klassenerhalt. Hervorzuheben ist insbesondere, dass die beiden letzten Mannschaftskämpfe in Bestbesetzung bestritten wurden. Ein seltenes „Phänomen“, welches auch für einen intakten Mannschaftsgeist spricht.

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