TV Fischbek IV vs. HSK XXIX 1:3

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8 Jahre 1 Monat
Gespeichert von Andreas Wanke am Sa., 24.06.2017 - 08:46

Saisonabschluss in der Basisklasse A. Gemäß unserer Festlegung kamen zum Heimspiel in der Basisklasse A unsere Nachwuchsspieler zum Einsatz. Leider war David verhindert, so dass unser mit Abstand ältester Youngster Hartmut (77 Jahre ist seine Einschulung nun her) am Spitzenbrett zum Einsatz kam. Hinter Hartmut nahm das Fricke-Trio Bendix, Felix und Axel platz. Nur nebenbei: Ich wüsste gern einmal, wie viele dieser Familien-Trios an den Hamburger Mannschaftsmeisterschaften teilnehmen. Ein paar dürften es sicherlich schon sein, aber genaues weiß ich nicht. Vielleicht wird dies einmal Gegenstand einer Auswertung. 

Unsere Eilbeker Gegner machten schnell deutlich, dass sie ihre bis dato erfolgreich verlaufene Saison zu einem würdigen Abschluss bringen wollten. An allen vier Brettern standen wir unter Druck. Früh zeichnete sich bereits ab, dass Felix seine Partie nicht mehr retten konnte. Nach der Partie gab er auch unumwunden zu, dass sein Gegner schlichtweg besser war. Eine löbliche Einstellung. Anders als wir älteren Spieler suchte er nicht erst nach abstrusen Ausreden, sondern ließ Objektivität walten. Richtig so! In zehn Jahren erklärt Felix uns - dann noch älteren Spielern - warum wir zwingend gegen ihn verloren haben. Vermutlich werden wir dann immer noch nach Ausreden suchen.

Nach dem Jüngsten war der Älteste dran. Hartmut musste gegen die "Turniermaschine" Frank Stolzenwald, der alle Turniere im näheren und ferneren Umkreis gleichzeitig spielt, antreten. Klar, dass Hartmut gegen die Erfahrung von x-hundert ausgewerteten Turnieren einen schweren Stand haben würde. So schlug am Ende die Turniererfahrung die Lebenserfahrung.

Ein Highlight setzte dann aber Bendix mit seinem Sieg. Im Mittelspiel konnte Bendix seinem Gegner einen Läufer abluchsen. Dafür musste er aber eine gedrückte und unsichere Königsstellung in Kauf nehmen. Als dann eine vermeintliche Remisschaukel am Horizont auftauchte, meinte Bendix Gegner, es sei an der Zeit für ein Remisangebot. Aber Bendix hat dieses prompt zurückgewiesen und sich mit seinem König weit vorgewagt. Nach gefühlten 30 bis 40 Schachgeboten der gegenerischen Dame entschied sich Bendix`Kontrahent die Damen zu tauschen und mit seiner Bauernmacht auf die Grundreihe zu stürmen. Bendix rechnete aber weiter und konnte den Bauernansturm ausbremsen und seinen letzten verblieben Bauern in Marsch setzen. Auch hier gab es noch manche Klippe zu umschiffen und die Partie hätte schnell ins Remis abgleiten können. Aber ganz cool machte Bendix (fast) alles richtig und zwang seinen erfahrenen Gegner zur Aufgabe. Klasse!!    

Zu guter letzt hätte Axel die Palette aller möglichen Spielergebnisse für das Fricke-Trio möglicherweise komplettieren können. Nach der Niederlage von Felix und dem Sieg von Bendix stand Axel lange Zeit auf verlorenem Posten. An Zähigkeit steht Axel seinen beiden Söhnen jedoch in nichts nach. Es gelang ihm, die objektiv verlorene Stellung langsam in eine Richtung zu bewegen, die ihm einige Überlebenschancen bot. Materiell war sein Gegner mit seinen zwei Springern zuzüglich Mehrbauern gegenüber dem Turm deutlich überlegen. Trotzdem gelang es Axel, die Springer an die Kandarre zu nehmen und sie in eine passive Stellung zu drängen. Mir schien, dass es möglich war, die Bauern wechselseitig abzutauschen und zum Schluss den Turm für den letzten verbleibenden Bauern zu geben. Da zwei Springer allein nicht matt setzen können, hätten die Bemühungen durchaus mit einem halben Punkt belohnt werden können. Hätte, hätte, Fahrradkette...Ungeachtet der 1:3 Niederlage haben alle vier Fischbeker eine prima Einstellung an den Tag gelegt und eine schöne Vorstellung geboten. Mit Platz vier in der Abschlusstabelle der Basisklasse A bin ich auch hochzufrieden. Der Einsatz und die Moral stimmte in der Truppe. Das gilt selbstverständlich auch für diejenigen, die gestern nicht dabei sein konnten. Auf ein Neues im nächsten Jahr!